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| Ghostfog's Frightnights [Under Haunted Stars] - Interview / Frightnights / 2010-07 | |  | Mail-Interview Frightnights [Under Haunted Stars] 30.06.2010
Spärlich fallen die Informationen zu Ghostfogs neustem Dark-Electro Projekt aus. So findet man in den untiefen des weltweiten Netzes derzeit nur bruchstückhafte Umschreibungen, die sicherlich aus Zeitmangel noch nicht weiter aufgefrischt wurden. Dem interessanten Konzept wurde Anfang des Jahres durch das Fusionieren dunkler Electro-Klänge, im Zusammenspiel psychedelisch wirkender lyrischer Proklamationen, die der Feder der Sängerin Seetha Rao alias "The Invisible Space Cat" entsprungen sind, musikalisches Leben eingehaucht. Für uns Grund genug, den beiden Protagonisten mal einige Fragen zu stellen.
Andre-MV: Du arbeitest unter dem Pseudonym -Ghostfog- dient der Name der Differenzierung zwischen deinem Privatleben und deiner künstlerischen Aktivität oder bestehen da parallelen, möchtest du ehr als Geist durch die Gesellschaft wandeln. Wie bist du zu deinem Namen gekommen und was soll dieser ausdrücken?
G: Es galt einfach einen Namen zu finden, der den Stil bestmöglich zusammenfasst. Auf mein gesellschaftliches Wesen würde ich das nicht unbedingt beziehen, höchstens noch auf meine Rolle in der sogenannten schwarzen Szene. Stilistisch befindet sich Ghostfog ganz klar im Düster-Sektor aber persönlich berührt mich das alles nur noch selten. Ich habe zunehmend Schwierigkeiten, Subkulturen Aufmerksamkeit zu schenken..
Andre-MV: Frightnights [Under Haunted Stars] ist ein sehr charakteristischer Name für ein Projekt, was verbindest du damit?
G: Das Konzept ist erst entstanden, nach dem die Songs geschrieben waren und war die beste Lösung um irgendwelchen Weltuntergangs-Szenarien oder den obligatorischen Dogmen aus dem Weg zu gehen. Die Welt braucht wirklich nicht noch ein Album, das den Menschen erzählt, wie tief sie in der Scheiße stecken. Die Tracks als Kurzgeschichten oder Tagebucheinträge zu begreifen lässt eine Menge Spielraum für die unterschiedlichsten Themen zu.
Andre-MV: Mit diesem Projekt wolltest du neue Wege erschließen, für all diejenigen die noch nicht wissen was du vorher gemacht hast, erkläre doch bitte die unterschiede zu deinen bisherigen Arbeiten.
G: Bislang habe ich an noch keinem Album so intensiv gearbeitet, wie an "Frightnights". Der ganze Kram war bis dato übelst dahin gerotzt. Ich habe gerade die Arbeit am Solo-Debüt wieder aufgenommen. Da geht es seid jeher deutlich roher und brachialer zur Sache. Die Vocals stehen noch viel weiter im Hintergrund und das ganze zieht einen eher an die Schnapps-Bar als auf die Tanzfläche. Zu erwähnen bleibt da noch "Thornfields" - ein abgedrehtes Industrial-Projekt mit "Liquid Grey", einem befreundeten Alternative-Musiker aus Norwegen..
Andre-MV: Sicherlich entstanden noch vor der Suche nach der ultimativen Stimme für das Projekt erste musikalische Konstruktionspläne, wie gehst du beim Komponieren vor und woraus schöpfst du deine Inspirationen?
G: Ich hasse Konstruktionspläne und dergleichen. Die Tracks habe ich erst geschrieben, als ich Seetha's Stimme bereits im Kopf hatte. Abgedrehten Kram zu schreiben, fällt mir nicht besonders schwer. Ihre Stimme hat so gesehen einen erheblichen Einfluss auf den Sound gehabt als dass ich die Tracks eben explizit für sie geschrieben habe.
Andre-MV: Seetha Rao du unterstreichst dieses dunkle Klangbild mit deinen niedergeschriebenen bösen Nachtgeschichten und nimmst die Zuhörer mit, auf eine Irrfahrt durch tiefe menschliche Empfindungen. Wie bist du dazu gekommen in deinen Texten so deutliche Tabuthemen wie Angst, Wut, Depressionen bis hin zur Selbstzerstörung anzusprechen.
S: Die Texte beruhen alle auf meinen persönlichen Erfahrungen. Ich habe mir ehrlich gesagt keine Gedanken darüber gemacht, wie diese Themen bei den Zuhörern ankommen könnten. In erster Linie wollte ich mir damit den Schmerz von der Seele schreiben... eine Art Selbst-Therapie....
Andre-MV: Du hast ja schon diversen Projekten deine Stimme verliehen, wie ist diese Zusammenkunft mit Ghostfog entstanden und wo liegen für dich die unterschiede zu deinen bisherigen Aktivitäten?
S: Ghostfog hat mich vor ein paar Monaten auf Myspace gefunden und einfach angeschrieben, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm Musik zu machen. Ich hab mir dann die Songs von seinem Solo-Projekt angehört und war sofort begeistert... somit stand einer Zusammenarbeit nichts im Weg. Vor der Kollaboration mit Ghostfog hab ich größtenteils einfach mein eigenes Ding gemacht, alle paar Monate mal nen Song geschrieben und nur selten mit anderen Musikern zusammengearbeitet. Inzwischen gibt es aber weltweit einige Musiker, mit denen ich zusammenarbeite... aber immer nur für einzelne Songs.... Ein ganzes Album mit jemandem aufzunehmen ist definitiv eine neue und gute Erfahrung für mich gewesen.
Andre-MV: Mit eurem morbiden tanzbaren Stil werdet ihr beim hiesigen Clubfolk sicherlich einen berauschenden Zustand auslösen, dabei klingt ihr vielschichtiger, ohne dabei durchgehende technoide Dauerbeats zu verwenden, wie es sonst in diesem Genre üblich ist. Was denkt ihr, wohin tendiert derzeit der Trend und wie seht ihr die Entwickelung der Szene?
G: Ich hab keine Ahnung von irgendwelchen Trends. Da ich in Zukunft so viel wie möglich experimentieren möchte, sind mir Begriffe wie "Szene" grundsätzlich suspekt.
S: Das seh ich ähnlich wie Ghostfog. Trends interessieren mich nicht besonders, und da ich ohnehin nur selten in Clubs gehe, kann ich die Szene nicht wirklich beurteilen.
Andre-MV: Werdet ihr nach der Etablierung eures Albums vielleicht auch über eine Live-Performance nachdenken, oder beschränkt ihr euch lieber auf die privatere Atmosphäre eines Studios?
G: Auftritte sind nicht geplant. "Frightnights" ist ein reines Studio-Album.
Andre-MV: Euer Album steht nun in den Startlöchern und wird am 12.07.2010 über das Label -Afmusic- veröffentlicht. Lässt man die Zeitspanne von Anfang des Jahres bis jetzt einmal Revue passieren, so ging alles relativ schnell. Seit ihr zufrieden mit dem Erschaffenen und wie würdet ihr, in eigenen Worten beschreiben was Frightnights [Under Haunted Stars] - Bad Night Stories by Seetha Rao - für die Zuhörer alles bereit hält.
G: Es ist schwierig für mich, die eigene Musik auseinander zu nehmen. "Frightnights" ist ein Dark-Electro Album, dass sich hoffentlich durch seine Melodien, das Ambiente und nicht zuletzt Seetha Rao's einzigartiger Stimme etwas vom üblichen Sound abgrenzt. Es ging nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern darum, unserem kreativen Output eine Form zu geben. Es ist ein Album mit sehr viel Herzblut geworden und ich denke, dass kann man auch hören.
Andre-MV: Zum Abschluss möchte ich mich bei euch für dieses Interview bedanken und wünsche euch viel Erfolg. Vielleicht möchtet ihr den Lesern, abschließend noch ein paar Zeilen hinterlassen?
G: Wir haben zu danken - allen, die uns so tatkräftig unterstützen. Nichts spezielles, aber das waren sicherlich nicht die letzten Geschichten.. es gibt noch jede Menge zu erzählen und ich freue mich darauf!
Interview Andre Stasius [A.S.] für Mindestverzehr.de
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