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5. Amphi Festival, 18.+19. Juli 2009 (Köln / Tanzbrunnen)
5. Amphi Festival 2009 - Samstag, 18. Juli

Zum nun fünften mal öffnen die Tore zum Tanzbrunnen, wo das Amphi Festival auch dieses Jahr wieder stattfand. Einigermaßen ausgeschlafen und mit guter Laune im Gepäck geht es Richtung Köln. Dieses Jahr kommen wir ohne Verspätung, Autopanne oder Stau an, da kann doch fast nichts mehr schief gehen. Schnell also die Bändchen abgeholt und los gehts. : )

Coppelius
Die Herren von „Coppelius“ (und nicht wie uns der Ansager weismachen wollte, „Copellikus“) eröffneten das diesjährige Amphi-Festival und schlugen sich dabei recht gut. Sie nahmen sich, trotz der geringen Spielzeit, noch Zeit für ihr zeremonielles Betreten der Bühne und verbreiteten, für einen Opening-Act, schon recht gute Stimmung auf dem Platz vor der Hauptbühne. Nach gerade mal einer halben Stunde war es dann mit dem Kammer-Core auch leider schon wieder vorbei. Und zwar so abrupt, das man „Bastille“ bereits den Strom abgedreht hatte, bevor er die üblichen Schlussworte, „Coppelius hilft“, sprechen konnte. Also füllte er seine Lungen und rief sie dem Publikum, auf das Mikro verzichtend, zu. Was dieses mit einem weiteren Applaus quittierte.

In der Rheinparkhalle beschallte zu Beginn des Festivals die schwedische Elektroformation Auto-Auto.



Jäger 90
Nach dem Eröffnungstrack, „Achtung ein Jäger“ auf der vernebelten Bühne mit einem Suchscheinwerfer, folgten direkt zwei neue Stücke. Ob es nun daran lag vermag ich nicht zu sagen, aber Frontmann „Thoralf“ tat sich schwer das Publikum zu begeistern. Vielleicht lag es auch mit an seinem neuen Bühnen Outfit, welches den Charme eines Versicherungsvertreters ausstrahlte. Letztlich kann man aber auf jeden Fall festhalten, dass dies nicht ihr bester Auftritt war.

Solar Fake
Mit dem Elektro-Projekt „Solar Fake“ erfüllte sich Sven Friedrich eigens ein Traum, denn dieser wollte nach den legendären „Dreadful Shadows“ und der immer noch erfolgreichen Band „Zeraphine“ mal ausschließlich mit elektronisch erzeugte Musik versuchen. Verstecken muss er sich mit dem was dabei heraus kam absolut nicht und so waren beim Auftritt des Herrn Friedrichs zahlreiche begeisterte Fans zugegen.
Lediglich für die sehr leer wirkende Bühne und dem stillstand auf selbiger gibt es für diesen Auftritt ein wenig Punktabzug.

Xotox
Der Auftritt des Duos war, wie zumeist, eher unspektakulär und erinnerte mehr an Djs die hinter ihren Pulten hocken. Bis auf die immens coole Bass drum (die wie eine Pauke umher getragen wurde), mit der sie bei jedem Schlag Rauchringe über die Menge schossen. So wenig sich Mastermind Andreas Davids und seine Live-Unterstützung auch von ihren Pulten weg bewegten, so schafften sie es doch das dies das Publikum vor der Bühne ausglich, welches sich dem Sound von Xotox hingab und feierte.


The Birthday Massacre
Das war wohl der schlechteste Auftritte der Kanadier den ich bisher erleben durfte. Die Band, besonders Sängerin „Chibi“, wirkte unmotiviert, lustlos und war auch vom Styling her verhältnismäßig farblos. Zudem war auch noch der Sound schlecht abgemischt und klang irgendwie blechern.
Ein paar, mehr oder weniger, professionelle Worte ans Publikum, dann schnell ab in den Nightliner oder Flieger und bloß schnell weg. Das war der Eindruck der übrig blieb.



Eisbrecher
Eisbrecher zeigten dann dass es auch anders geht. Ein klarer kraftvoller Sound und eine, in gewohnter Weise, gut gelaunte Band rissen den Mob vor der Bühne mit einem Gitarren-Elektro-Gewitter mit sich. Sie spielten die meisten ihrer Hits (u.a. Schwarze Witwe, Leider, This is Deutsch) und Frontmann „Alexx“ verbreitete, wie immer, gute Laune.

Absolute Body Control
Die belgischen Minimalelektroniker und Urgestein (seit 1979) der Electro-Szene mal wieder auf Tour zu sehen war schon ein Erlebnis. Die Show war, wie nicht anders zu erwarten, ebenso minimalistisch wie ihr Sound und es ist schon erstaunlich das Sänger „Dirk“ in den letzten dreißig Jahren immer noch nicht tanzen gelernt hat. Von „absoluter Körperbeherrschung“ war da nicht viel zu merken.

Marsheaux
„Leather Strip“ zogen die Electroheads wie ein Magnet aus der Halle, so dass „Marsheaux“ vor einem sehr überschaubaren Publikum auftraten. Was an und für sich recht schade war. Denn war die Show auch extrem unspektakulär, so konnten sie Musikalisch doch überzeugen. Ihre Mischung aus kaltem und süßen Elektro-Pop war eine angenehme Abwechslung in dem Meer von „Geboller“, welches die Rheinparkhalle am Samstag dominierte.





Agonoize
Die Drei waren, trotz anfänglicher technischer Probleme, in Hochform. Neben den meisten ihrer eigenen Hits (wirklich vermisst habe ich eigentlich nur meinen persönlichen Hit, „Chains of Love“) fehlten natürlich auch nicht die Coverversionen „Fight for Your Right“ (Beastie Boys) und „I was made for loving you“ (Kiss). Optisch wurde mit Kunstblut - und Sperma nicht gegeizt, und auch sonst ließen sie es ordentlich krachen. Vielleicht ein wenig zu sehr, wie sich noch zeigen sollte.





Feindflug
Wie schon vor zwei Jahren auf dem Amphi-Festival, war nun für viele Freunde des Harsh-Electro, das Highlight des Abends gekommen. Vollkommen ohne Worte, lediglich durch ihre Musik, ihre Präsenz und ein paar Gesten, nahmen sie die gut gefüllte Halle für sich ein. Wer sich (wie ich) noch an den Auftritt von 2007 hier erinnert, der weiß sicher auch noch das den Feindfliegern während des Tracks „Stukas im Visier“ der Saft abgedreht wurde. Also fieberte ich nun dem Moment entgegen (für gewöhnlich eher zum Ende der Show) dieses grandiose Stück live erleben zu dürfen. Doch dann schlug der FeindFLUCH wieder zu. Gut 10 Minuten vor dem Ende der Show, brach über dem Hinteren Teil der Bühne ein ca. 2m² großes Stück Putz aus der Decke. Kurz darauf wurde dann der Auftritt unterbrochen und letztlich auch beendet. Von nun an war die Rheinparkhalle für weitere Acts geschlossen, weshalb „Laibach“ dann wieder in das Theater am Tanzbrunnen verlegt wurde. Zum Glück kam bei diesem Vorfall jedoch niemand zu Schaden.

Laibach
Um 23:45 sollte es dann endlich doch noch losgehen. Aus logistischen Gründen konnte sich unser Redaktionsteam die Show der Slowenen leider nicht mehr persönlich ansehen. Nach verschieden Stimmen von Festivalbesuchern war diese, für sich genommen, wohl sehr gut, aber gemessen an anderen Auftritten der Band nur oberes Mittelmaß. Dennoch sollte man hier auch mal einen Lob an die Veranstalter oder besser die Techniker aussprechen, welche an diesem Abend noch richtig malochen durften um „Laibach“ überhaupt noch auftreten lassen zu können.

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