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Blackfield Festival 2010 – 12. und 13 Juni Amphitheater Gelsenkirchen
Bereits zum dritten Mal, lud die am Rhein-Herne-Kanal gelegene idyllische Kulisse des Amphitheaters, zum schwarzen Showlauf ein. Schenkte man der Wetterprognose im Vorfeld Beachtung, so sollte man leider wieder ein regen/bewölkt Duplikat vom letzten Jahr erwarten dürfen. Doch nur die Harten kommen in den Garten und trotz wolkiger Aussichten, scheuten sich Tausende schwarze Seelen nicht, wieder nach Gelsenkirchen zu pilgern. Wie schon bekannt von den beiden vergangenen Jahren, sorgte der Veranstalter auch dieses Mal wieder für ein ausgewogenes Bukett, verschiedenster düster musikalischer Delikatessen, ein Spagat aus Gothic, Electro, Industrial und EBM. Neben den großen Zugpferden beschallten zudem auch wieder viele Geheimtipps die Reihen vor der Bühne.




Festivalbericht
Tag 1 (12.06.2010)


„Vorsicht schwarz“ Dieses Schild hätte wohl, laut dem Gesichtsausdruck vieler Radfahrer, an den Wegen positioniert werden müssen. Ohne Vorwarnung befanden diese sich plötzlich inmitten eines Reigen, aus bekleideten Schwarzträgern, die sich im Burlesque, Fetisch und Cybergoth Outfit vor dem Einlass gruppierten. Nervös und mit heruntergelassener Kinnlade, zogen die „normalen“ Ausflügler, im „Schockzustand“ bei unserem Eintreffen um 11.30 Uhr an uns vorbei. Schnell noch unser Bändchen abgeholt und vorbei an einer sehr netten Security. Hier gilt zu erwähnen, dass Tetrapacks bis 1,5 Liter mit aufs Gelände genommen werden durften, genauso wie Spiegelreflexkameras. Auch Schließfächer konnten für 3,00 Euronen in Beschlag genommen werden. Ein wenig Zeit blieb noch, sich die Händlermeile anzuschauen, die neben diversen Merchständen auch Mittelalter, Fetisch und Szenemode präsentierte. Eine große Auswahl an Speis und Trank wurde angeboten, wenn auch gleich zu teilweise zu leicht überzogenen Preisen (Pommes, Majo 3,00 Euro).



Scream Silence

Gegen 12.00 Uhr fiel dann der Startschuss für die erste Band -Scream Silence-,
die mit ihrem Goth-Rock Sound schon einige näher zur Bühne lockten. Einen Namen hat sich die Band bereits auf dem WGT gemacht, auch konnte die Formation mit einigen Songs bereits in den relevanten europäischen Genre Charts glänzen. In den 30 Minuten Spielzeit hielten sie u. a. Hits wie „The Vitriol“ oder „Harvest“ für die Menge bereit und ernteten damit zahlreiche Jubelrufe, so das Frontman Hardy Fieting, sichtlich imponiert von so viel Zuspruch, zur Verabschiedung das Mikro in den Bühnengraben viel.



Jesus on Extasy

Nach einer kurzen Umbauphase ging es weiter mit druckvollem Synth-Rock aus dem Hause Jesus on Extasy, eine Band die man hier im Ruhrgebiet wohl nicht mehr groß vorstellen muss. JOE drückten ordentlich aufs Gaspedal und begeisterten u. a. mit „Church of Extasy“ sowie „Neochrome“ und einem neuen Song „No Gods“. Einige stellten sich zudem am Rande die Frage „Nanu die Keyboarderin kenne ich doch von Diary of Dreams?!“ richtig, Ophelia Dax - bekannt durch ihr Soloprojekt Leandra, betätigt derzeit auch die Tasten bei den Liveterminen von D.o.D. Die Kanalbühne brachte JOE jedenfalls ordentlich zum Wackeln und Sänger Dorian Deveraux verkündete zudem, das noch im August diesen Jahres, das neue Album „No Gods“ in den Läden stehen wird.



Aesthetic Perfection

Als gegen 13.30 Uhr Daniel Graves incl. Livecrew die Bühne betrat, brachten sich viele Tanzwütige schon mal in Position, bedacht werden sollten nun Anhänger elektronischer Musik. Kalifornischer Elektro-Industrial wummerte aus den Bühnenboxen und viele tanzten euphorisch, den durch den vorangegangenen Nieselregen durchnässten Boden einfach trocken.



Girls Under Glass

Es sollte erstmal elektronisch bleiben. Die Hamburger dreier Konstellation -Girls Under Glass- versuchte mit Stücken wie „Ohne Dich“, „Down In The Park“ und dem brandneuen Track „We Feel Allright“ mindestens, die gleiche Resonanz wie ihre Vorgänger zu erzielen, doch dies nur mit mäßigem Erfolg.



Zeromancer

Für uns ganz klar eines der Highlights des Tages. Mit den sympathischen Norwegern wurde der Grad der Begeisterung vor der Bühne neu ausgerichtet. Krachend präsentierten die Jungs ein Hit nach dem anderen u.a „Clone Your Lover“, „Need You Like A Drug“, „It Sounds Like Love“ und last but not least „Dr. Online”. Das sie sich bei ihrer Performance ordentlich verausgabten, konnte man anhand von Lorry Kristiansens Nasenbluten sehen. Auch hätte die Band beinahe, aus gesundheitlichen Gründen, nicht auftreten können. Doch war es dem Betroffenen sehr wichtig, diese Show trotz Erkrankung durchzuführen. Ein Auftritt, der in Erinnerung bleiben wird.



Diorama

Das durch Torben Wendt 1996 ins Leben gerufene Musikprojekt Diorama, überraschte uns mit ihrem Auftritt. Zugegeben als Elektromuffel haben wir bisher immer einen Bogen um das aktuelle Werk „Cube“ gemacht. An diesem Tag sollten wir uns aber eines besseren belehren lassen. Nummern wie „Synthesize Me“ oder „Kein Mord“ verfehlten auch bei uns ihre Wirkung nicht. Die musikhungrige Meute im Amphitheater, die sich tanzend zu den Rhythmen und Beats bewegte, feierte enthusiastisch mit. Durchaus kann man hier, von einer gelungenen Performance sprechen.



Vive La Fête

Kommen wir nun zu unserem persönlichen Flopp des Tages. Bei der Belgischen Elektro-Pop Formation Vive La Fête, rollten sich bei uns die Fußnägel in den Schuhen ein. Das stellenweise auftretende Geschrei von Sängerin Els Pynoo, erinnerte an ein Tier, kurz vor dem Bolzenschuss. Uns verging wirklich alles, einige hartgesottene standen zwar noch vor der Bühne, aber selbst die Fotografen kamen kopfschüttelnd aus dem Fotograben.



Deathstars

Fahle Haut und ein düsterer kalter elektronisch beeinflusster Metal-Sound "Made in Sweden". Damit leitet sich unser zweites Highlight des Tages ein. Jedoch gab es zu beginn erst einmal einige technische Probleme. So ging die markant dunkle Stimme von Frontman Whiplasher Bernadotte erst einmal unter. Mit im Verlauf besser werdenden Sound, feuerten sie dann aber ihr ganzes Repertoire an Hits, auf das headbangende Publikum nieder und so durften u.a „New Dead Nation“, „Mark Of The Gun“ und „Blood Stains Blondes“ eben sowenig fehlen, wie die klassischen Granaten „Blitzkrieg“, „Cyanide“ oder „Death Dies Hard“.



Covenant

Melancholie machte sich nun breit, kurz nach acht kaperte die schwedische Future Pop Formation Covenant die Kanalbühne und berauschte das mittlerweile gut gefüllte Amphitheater, mit Anleihen aus Trip Hop, Ambient, Dance und Drum'n'Bass Klängen. Vom ruhig gehaltenen „Invisible & Silen“ bis zum energiegeladenen Clubhit „Call The Ships To Port“ wurde die volle Bandbreite von Covenant geboten.







Front 242

Es folgten die Headliner des ersten Tages Front 242 mit einer besonderen Best-of-Show. In gut anderthalb Stunden zog eines der etabliertesten Aushängeschilder der Elektro- und ­EBM-Szene­ so ziemlich alles aus der Schatzkiste. Gedankt wurde es den Elektromeistern mit flächendeckenden ausgelassenen Körperbewegungen. Im Rausch der Beats wurden wahre Jubelklänge zum Abschluss einer geladenen Show, von vielen Anhängern dargebracht.



Im direkten Anschluss fand im großen Partyzelt eine Aftershowparty mit zahlreichen DJs und einem Special Guest statt. Wir schunkelten jedoch mit Bus und Bahn in die Nacht hinaus, um noch ein paar Stunden Schlaf zuergattern.

Tag 2 >>>
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Kommentare
Mathes am 23.06.2010 10:26
Was die Toleranz angeht will ich gar nicht erst werten, aber es gehört sich meiner Meinung nach auch nicht unbedingt sich in massierter Weise mit dem Rücken zur Bühne zu stellen um zu tanzen...
antoinettek am 12.08.2010 03:01
Hi there, I dont know if I am writing in a proper board but I have got a problem with activation, link i receive in email is not working... keyword,
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