Empfehlung(en) 2010 |
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| Ghostfog's Frightnights [Under Haunted Stars] | Bad Night Stories by Seetha Rao | Label : afmusic Format : CD Genre : Dark-Electro/Industrial VÖ-Datum : 12.07.2010
|  | Die Zeiten in denen zur einsetzenden Dämmerung rosarote Geschichten erzählt wurden, werden spätestens mit dem Erscheinen dieses Albums vorbei sein. Gänsehaut ist angesagt, doch sorgen hier nicht etwa irgendwelche frei erfundenen Gruselmärchen für Beklommenheit, vielmehr werden gesellschaftliche Tabuthemen wie Angst, Wut, Depressionen und Selbstzerstörung offenbart, die durch ihren realitätsnahen Bezug zu schockieren wissen. Einen ganz eigenen Weg beschreitet dabei das Duo Frightnights [Under Haunted Stars] die den bösen Nachtgeschichten, die aus der Feder von Sängerin Seetha Rao stammen, noch eine düster musikalische Kulisse vermacht haben. Für die passend schaurige Soundkulisse zeigt sich der Essener Künstler Ghostfog verantwortlich. Dark-Electro kombiniert mit Anleihen aus Industrial, dieses tanzbare Gemisch wird sicherlich die musikhungrigen Club-Besucher, in einen tranceähnlichen Zustand versetzen.
Tracklist:
01 - Under My Bed
02 - Inflamed
03 - A Human Being
04 - This Dark Place
05 - Dysfunctional
06 - Break You
07 - Better Days
08 - Don't Forget
09 - Rush Of Panic
10 - A Human Being (Nova Mix)
11 - Dysfunctional (Dead Space Mix)
12 - Rush Of Panic (Nebular Mix)
Den Anfang macht das stark orientalisch angehauchte Stück „Under My Bed”, es eröffnet damit diese Wanderung, durch lyrische Täler und Schluchten tiefsitzender menschlicher Gedankenzüge. Die Melodie lässt mental an die klassischen morgenländischen Erzählungen von „Tausendundeine Nacht“ erinnern. Textliche Parallelen gibt es jedoch keine, denn hier wird ein ernsteres Thema angeschnitten, es geht um Missbrauch in der Kindheit. „Was dich nicht umbringt, macht dich nur stärker“ wer kennt diese Aussage nicht. In der wuchtigen Midtempo-Nummer „Inflamed“, zu der sich ein stellenweise dreckig klingendes Gitarrenspiel gesellt, wird mit fehlender Mutterliebe abgerechnet. Eine gewisse Soundorientierte massive Schwere macht sich im nachfolgenden Track „A Human Being“ breit, in dessen weiteren Verlauf sich die psychedelisch wirkenden Textpassagen und Melodien, mit temporalen rhythmischen Wechseln ein stell dich ein liefern, unterschwellig behandelt der Track die Borderline Thematik. Ein Schrei nach Hilfe, ein dunkler Ort, an dem die eigene Seele gefangen scheint und man sich nicht selbst befreien kann, in „This Dark Place“ scheint sich Hoffnungslosigkeit breitzumachen, auch hier unterstreichen ehr schleppendere Beats, eine großartige Refrainmelodie. Zwei druckvolle und tanzbare Electro-Nummern bekommt man mit „Dysfunctional” und „Don't Forget“ geboten. Erstere prangert die oft so umstrittenen Maßnahmen der Psychotherapie an, in denen Patienten mit Pillen vollgestopft werden, um so für eine künstliche Veränderung zu sorgen. Ähnlich temporeich dann das zweite Stück „Don't Forget“, welches jedoch nicht so eingängig, wie sein Vorgänger erscheint. Die drei abschließenden Remixe von „A Human Being”, “Dysfunctional” und „Rush Of Panic” bilden für mich die krönenden Highlights dieser Scheibe, kraftvoller, energiegeladener und gegenüber den Originalen deutlich aufgefrischter, werden diese sicherlich für volle Tanzflächen sorgen.
| | | Bewertung : 8.0 / 10 | Fazit :Ein Konzept, in dem durchaus eine hypnotische Ader verborgen liegt. Dunkle Electro Klänge sorgen im direkten Zusammenspiel anklagender, schockierender und doch realitätsnaher Verse, für den nötigen Tiefgang. Dieses Album orientiert sich zu dem nicht an EBM massives Beat-Gewumme in dem teilweise sämtliche Melodik verloren geht, sondern setzt vielmehr auf ein ausgewogenes Gesamtkonzept. Einziges Manko war das stellenweise überverzerrte Gesangsbild von Seetha, welches natürlich Genretypisch angelegt wurde, es aber den Hörer dennoch sehr schwer machte, den gelungenen lyrischen Proklamationen zu folgen. Zu den Refrains wurde die Stimme jedoch klarer und deutlich harmonischer, so wie man es sich an verschiedensten Passagen vermehrt gewünscht hätte. Besonderen Fokus lege ich auf die Remixe, die es wirklich in sich haben, ein gelungener Auftakt des Duos. Andre [A.S]
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